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Stangen schmieren,
fetten, ölen, wachsen - welche Mittel sind geeignet?
::: Leichter Stangenlauf Eine trockene Stange
läuft nicht gut in
ihrem Lager - sie zu bewegen ist mühsam und kostet Kraft. In
der Kickerszene werden verschiedene Mittel verwendet, um Abhilfe zu
schaffen. Die Palette reicht vom meistverwendeten Klassiker Pronto
über Silikonöl hin zum Geheimtipp Ballistol. Ehe die
Vor- und Nachteile dieser Mittel vorgestellt werden, einige
grundsätzliche Hinweise. Die Lager bestehen aus Kunststoff
(Nylon). Egal, welches Mittel man zum Schmieren der Stangen also
verwendet: es sollte jedenfalls in dem Sinne kunststoffgeeignet sein,
dass es Kunststoffe nicht angreift. Manche durchaus
gebräuchlichen Schmiermittel scheiden dadurch aus dem Kreis
potenzieller Kandidaten direkt wieder aus. Wenn keine anderen Mittel
zur Hand sind, wird in Kneipen manchmal auf Speiseöle
zurückgegriffen. Vorsicht: Diese Öle verderben
irgendwann - und eine in ranzig gewordenem Öl
laufende Stange
ist auch nicht unbedingt das, was wir unserem Tisch auf Dauer zumuten
wollen. Welche Mittel sind also besser geeignet, die Stangen
mühelos und mit kaum spürbarbarem Aufwand durch die
Lager gleiten zu lassen?
::: Der Klassiker: Pronto classic Das meist genannte und verwendete Mittel ist
ganz sicher
Pronto (übrigens lässt sich neben der
Classic-Variante auch
das Pronto mit Zitronenduft verwenden). Pronto gibt es
als Mittel zur
Pflege von Holzoberflächen in
Drogeriemärkten. Mit
Pronto geschmierte Stangen laufen sehr gut. Pronto hat einen Vor- und
einen Nachteil. Der Vorteil: Es trocknet zu einer Art Wachsschicht auf
- gegen die Stangen springende Bälle werden also selbst nicht
rutschig. Doch dieser Vorteil von Pronto ist zugleich sein
größter Nachteil: In den Lagern setzt sich nach und
nach
immer mehr Dreck und Schmiere fest. Im Laufe der Zeit ist daher das
Mittel immer öfter anzuwenden; nicht gerade frisch behandelte
Stangen bewegen sich dann nur noch schlecht in den Lagern, weil sie
quasi schon in dem Schmier- und Dreckfilm festkleben. Dann ist eine
große
Lagerreinigung angesagt, was das Lösen sämtlicher
Figuren und
den Ausbau aller Stangen bedeutet. Meine persönliche
Erfahrung:
Nach einer solchen Grundreinigung anlässlich des Umzuges in
den
Keller hat es nur wenige Wochen gedauert, bis die Lager schon wieder so
verdreckt waren, dass nur noch die immer extensivere Verwendung von
Pronto half. Fazit: Mich überzeugt der Klassiker
Pronto nicht mehr
so recht.
::: Die
Alternative: Silikonöl Eine recht häufig angewandte
Alternative zum
Klassiker Pronto ist ein kunststoffgeeignetes Silikonöl. Die
Wirkung steht der von Pronto in nichts nach. Der Nachteil von
Silikonöl:
Wenn es aus der Sprühdose angewandt
wird, verteilt sich der Sprühnebel gerne auch dort, wo er
gerade
nicht hingehört; nämlich auf dem Spielfeld, das im
Laufe der
Zeit unmerklich immer rutschiger wird. Das lässt sich umgehen,
indem man das Öl umfüllt: In ein Fläschchen
mit Pipette
gesprüht, lässt es sich wesentlich besser
dosieren. Ein
gewisser Nachteil bleibt auch dann: Da das Silikonöl nicht
auftrocknet, nimmt jeder gegen die Stangen springende Ball ein wenig
davon mit; hierdurch werden die Spieleigenschaften insgesamt
natürlich nicht gerade verbessert. Meine
persönliche Erfahrung: Meinen ersten Tisch habe ich in den
ersten
Monaten mit Silikonöl aus der Sprühflasche betrieben.
Irgenwann bin ich mit dem Ballhandling überhaupt nicht mehr
klargekommen - die Ballverluste häuften sich so weit, dass ich
schon schier verzweifelte. Beim Spiel auf einem anderen Tisch folgte
das Aha-Erlebnis - hier funktionierte nämlich alles wunderbar.
Nach Hause zurückgekehrt, wurde das Spielfeld
gesäubert - und
siehe da: es ließ sich wieder wunderbar spielen. Danach
folgte
mein Umstieg auf Pronto - mit den oben bereits beschriebenen
Erkenntnissen und Folgen.
::: Der
Newcomer: Ballistol Universalöl Ballistol
ist ein für das wilhelminische Heer entwickeltes Waffen- und
Wundöl. Erhältlich ist es bis heute vor allem bei
Waffenhändlern und natürlich über einige
Internet-Versender.
Neben der Abfüllung in
Sprühflaschen wird es auch direkt in normalen Flaschen
angeboten,
so dass der Aufwand des Umfüllens entfällt. Nach
meinem
Eindruck ist Ballistol etwas zäher als Silikonöl;
subjektiv
lässt es die Stangen zunächst nicht ganz so
leichtgängig
rutschen wie die anderen Mittel. Aber: Nach einem Test über
mehrere Wochen kann ich sagen, dass es die Lager weit weniger zusetzt
als Pronto; auch lässt es Bälle und Spielfeld nicht
rutschiger werden, wenn der Ball gegen die Stangen prallt und ein wenig
von dem Öl mitnimmt. Einmal
gut in
Ballistol liegend, lassen sich die Stangen sehr lange wunderbar leicht
spielen, ohne dass Nachbehandlungen erforderlich sind. So gesehen, ist
Ballistol vielleicht ein echter Geheimtipp unter den möglichen
Mitteln zum Schmieren von Kickerstangen.
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