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Hier rollt die Kugel - das Spielfeld

::: Ein schwieriges Thema  Wie der Selbstbauer zu seinem Spielfeld kommt, ist ein unerquickliches Thema. Die Ansprüche an Spielfelder sind hoch, weil sie das Spielgefühl entscheidend beeinflussen: sind sie zu glatt, rutscht der Ball zu oft weg. Auf zu stumpfen Spielfeldern wiederum lassen sich beispielsweise "Brush"-Techniken nicht so spielen, wie sie vom Markentisch gewohnt sind. Welches Material die Premium-Hersteller für die Spielfelder ihrer Tische verwenden, ist dabei eigentlich kein Geheimnis: es handelt sich um normale melaminharzbeschichtete Oberflächen. Das Problem sind die Spielfeldlinien, die bei diesen Spielfeldern unter der Harzbeschichtung im Dekorlayer liegen - sie sind damit zum einen unverwüstlich eingebettet und stehen zum anderen nicht als den Balllauf potenziell störende Erhebungen auf der Oberfläche. Möchte man ein Spielfeld dieser Bauart verwenden, muss man mindestens auf ein Halbfertigprodukt zurückgreifen, bei dem die Spielfeldoberfläche fix und fertig hergestellt ist und nur noch die Bandenerhöhung und die Eckenanhebung selbst gebaut werden müssen. Welche Alternativen gibt es also auf dem Spielfeldsektor?

::: Fertigprodukte  Wer es einfach und/oder perfekt haben möchte und den Preis nicht scheut, kann die Spielfelder eines Leonhart-Soccer oder Lehmacher P4P erwerben. Diese Spielfelder sind für den sofortigen Einbau geeignet  - Ecken- und Bandenerhöhung sind bei diesen Spielfeldern bereits fertig vorbereitet. Kostenpunkt: etwa 160 Euro. Die unterschiedlichen Bauweisen dieser Felder werden unten dargestellt. Weitere Spielfelder guter Qualität gibt es vom Fireball-Tisch und vom Ullrich-Kicker. Das Problem ist der bei Spielfeldern grundsätzlich recht umständliche Versand, weshalb diese Felder momentan noch nicht angeboten werden - ob sich das ändert und was diese Felder dann kosten, muss man abwarten. Ob man überdies das Fireball-Spielfeld für einen "normalen" Kickertisch einsetzen möchte, ist wegen seines doch sehr fireballspezifischen Designs eine Geschmacksfrage. - Ein professionelles Spielfeld ist auch das Spielfeld des Lettner-Kickers, dessen Bauweise im Detail vorgestellt wird: hier .

::: Halbfertigprodukte  An Spielfeldern mit fertigen Spielfeldmarkierungen gibt es zwei grundsätzliche Alternativen. Die erste ist das (wohl unter anderem) bei Kicker-Klaus angebotene Spielfeld für etwa 35 Euro. Es ist etwas glatter als ein Markenspielfeld, für Perfektionisten also nur bedingt geeignet. Allerdings zwingt dieses Spielfeld durch seine Beschaffenheit beim Klemmen der Bälle zu einem ziemlich präzisen Spiel, was nicht unbedingt alsno 2 Nachteil empfunden werden muss. Qualität: Das Feld besteht aus einer 9 mm starken MDF-Platte, auf die eine Folie mit Spielfeldaufdruck geklebt ist. Darüber befindet sich eine Lackversiegelung. Dieses Spielfeld kann also an Materialgüte mit einem kunstharzlaminierten Markenspielfeld bei weitem nicht mithalten. Die zweite Alternative: Der Versender "Automaten Hoffmann" aus Essen (Ruhrgebiet) bietet zwei Spielfelder an, die laut Katalog kunststoffbeschichtet und resistent gegen Zigarettenasche sein sollen - das hört sich sehr nach einer Melaminharzbeschichtung an. Da ich in der Nachbarstadt wohne, werde ich mir diese Spielfelder demnächst einmal persönlich anschauen. Der Preis für das einfach grüne Spielfeld mit weißen Markierungen: ungefähr 47 Euro. - Bei beiden Spielfeldern müssen Ecken- und Bandenanhebung selbst hergestellt werden. Die benötigten Maßangaben finden sich: hier.

::: Die zwei verschiedenen Bauweisen: a) Methode Leonhart ...  Nach dem Marktüberblick nun zur Bauweise von Spielfeldern: Leonhart und Lehmacher gehen hier deutlich getrennte Wege. Bei Leonhart besteht das Spielfeld aus zwei miteinanderno 2 verleimten Platten. Ecken- und Bandenanhebung werden durch passende Keile hergestellt, die zwischen die beiden Platten gesetzt werden. Für den Heimwerker ist diese Bauart nach meinem Eindruck die einfachere Lösung. Bei meinen beiden ersten Tischen bin ich genau so vorgegangen. Nähere Einzelheiten zum Vorgehen bei dieser Bauweise können daher bei den Projekten nachgelesen werden: hier (Projekt 1) und hier (no 2). Gleichzeitig ist diese Methode aber relativ teuer und mit einem Risiko behaftet. Teuer deshalb, weil zum Halbfertigprodukt noch eine zweite Platte als Trägerplatte benötigt wird, dann der Klebstoff sowie Keile für die Banden- und Eckenanhebungen. Das Risiko: Bei einem kunstharzlaminierten Spielfeld (Autmaten Hoffmann?) müsste die Unterseite der zweiten Platte eigentlich in Sandwichbauweise wieder mit einer gleichartigen Platte beklebt werden oder aber die Trägerplatte direkt aus dem gleichen Material bestehen. Da verschiedene Materialien nämlich bei Temperatur und Luftfeuchtigkeitsschwankungen no 2verschieden arbeiten, besteht sonst die überaus reelle Gefahr, dass sich das Spielfeld insgesamt bogenförmig verzieht. Bei meiner no 2 mit dem aus einer 6 mm starken Laminat-Spielfeldplatte und einer 16 mm starken MDF-Trägerplatte bestehenden Spielfeld ist genau das passiert. Zum Glück zwingt hier die Konstruktion das Spielfeld in eine gerade Position (siehe Schema-Zeichnung) - bei locker eingelegten Spielfeldern würde sich hier dagegen ein nahezu unlösbares Problem auftun!

::: und b) Methode Lehmacher  Interessant ist wegen der vorstehend beschriebenen Kosten und Probleme der Methode Leonhart, wie die Firma Lehmacher ihre Spielfelder baut. Hier werden in no 2der beidseitig beschichteten Platte von unten Nuten für Ecken- und Bandenanhebung gefräst. Anschließend werden in diese Nuten passende Keile geleimt - und fertig ist das Spielfeld, dass bei Lehmacher einfach in Nuten in den Seiten- und Torwänden eingebaut wird - siehe auch die Dokumentation eines zerlegten P4P-Home im Foto-Album: hier. Eine einfache und charmante Lösung, die uns aber vor das Problem stellt, dass wir die passenden Keile nicht zur Verfügung haben. Passgenaue Keile werden aber benötigt,  da Ecken- und Bandenanhebung hier nur von den eingeleimten Keilen gehalten werden. Jede ungenaue "Bastellösung" dürfte daher nicht stabil genug sein. Theoretisch könnte ich mir folgende Lösung vorstellen: Man fräst zunächst eine schmale Nut von unten und fixiert Ecken- und Bandenanhebungen dann in der richtigen Position (womit das eigentliche Problem benannt ist: wie kann man die Anhebungen so solide und genau fixieren, dass man daran weiterarbeiten kann?) Anschließend fräst man die Nut weiter auf: zu einer geraden Nut, in die eine normale Rechteckleiste eingeleimt werden kann - siehe unten folgende Schemazeichnung zur Bandenanhebung. Dann wäre auch mit dieser Methode das Spielfeld fertig gestellt - ohne dass Geld für zusätzliche Platten und Klebstoff ausgegeben werden muss und ohne die Gefahr des Verziehens durch die Kombination unterschiedlicher Materialien. -  Eine alternative Idee ist es, die benötigten Keile mit einer Kreissäge zuzuschneiden, die - auf einen entsprechenden Winkel eingestellt - passgenaue Keile von einem entsprechend starken Brett sägt. - Das bereits erwähnte Lettner-Spielfeld folgt in etwas abgewandelter Form ebenfalls der Bauweise mit in Fräsnuten eingeleimten Keilen; Details: hier .

no 2

::: Ein vollständig selbst gebautes Spielfeld  Schließlich können wir noch ein Spielfeld vollständig selbst bauen, ohne auf Halbfertigprodukte zurück zu greifen. Ein praktisches Beispiel zeigen die Seiten zu no 2: hier. Mit einer normalen grünen melaminharzbeschichteten Spanplatte aus dem Holzzuschnitt dürfte man ein Spielfeld bauen können, das den Markenspielfeldern in der Oberflächenqualität sehr nahe kommt - das Problem besteht eben im Aufbringen der Spielfeldmarkierungen. Allerdings lässt sich der Ball von den ggf. etwas vorstehenden Linien kaumP4P-Spielfeldmarkierung beeinflussen - und es gibt so gut wie keine Linien in den Bereichen, in denen der Ball geklemmt wird. Wie dem auch sei - der Stein der Weisen ist hier noch nicht gefunden. Für Interessierte zeigt die nebenstehende Abbildung immerhin ein Schema der Spielfeldmarkierung eines P4P-Tisches - zum Vergrößern auf das Bild klicken. Im Bereich des 5-Meter-Raums und des 16-Meter-Raums sollte man bei eigenen Entwürfen nicht allzusehr von der Lage der Linien abweichen, weil sie dem Stürmer als Orientierungslinien beim Schießen dienen.

::: Der Einbau des Spielfeldes in den Tisch  Abschließend noch zur Frage, wie das fertige Spielfeld in den Tisch eingebaut werden soll.  Bei der ersten Möglichkeitno 2 wird das Spielfeld in eine passend gefräste Nut im Spielfeld eingelegt. Hier muss sehr genau gearbeitet werden, damit Ecken- und Bandenanhebungen in der Nut mit dem tatsächlichen Verlauf auf dem Spielfeld auch übereinstimmen - sonst gibt es bei der Montage Probleme, weil sich das Spielfeld nicht einschieben lässt. Einfacher ist es, wenn ein aus Trägerplatte und Spielfeldplatte bestehendes Spielfeld nach der Leonhart-Methode eingebaut werden muss. Weil die Trägerplatte etwas größer sein kann als das Spielfeld, reicht hier eine gerade gefräste Nut, in die die Trägerplatte eingeschoben werden kann. Wie die Montage bei meiner no 2 gelöst wurde, zeigt das Schema im Abschnitt zur Methode Leonhart - hier wurde als Bandenbeschichtung ein 8 mm starkes Laminat auf die Seitenwand geklebt, unter dessen gerade Kante die Trägerplatte des Spielfeldes gepresst wird. Noch einmal anders ist der Einbau des Spielfeldes beim Projekt 1 gelöst. Hier wird nach dem no 2ursprünglichen Konzept das Spielfeld von oben auf Querträger gelegt, die im Oberteil des Tisches befestigt sind und dann von unten durch diese Querträger hindurch festgeschraubt. Anstelle von Querträgern kann das Spielfeld natürlich auch auf Leisten gelagert werden, die in Längsrichtung an den Seitenwänden befestigt sind. Diese Montageart sollte aber nur in Erwägung gezogen werden, wenn Gewissheit darüber besteht, dass sich das Spielfeld nicht verziehen kann und wird - sonst kann es ziemlich schwierig werden, mit dieser Vorgehensweise das Spielfeld wirklich gerade zu montieren.

::: Maßnahmen gegen ein Durchhängen des Spielfeldes - erforderlich? Unterschiedlich beantwortet wird die Frage, ob man konstruktive Maßnahmen gegen ein mögliches Durchhängen des Spielfeldes einplanen muss. Bei meiner no 2 habe ich Spielfeld - Maßnahmen gegen ein Durchhängen ein Stahlrohr in der Mitte des Tisches montiert, dass mit Hilfe einer sinnreichen Vorrichtung von unten fest gegen das Spielfeld gezogen werden kann. Die Bildserie des zerlegten P4P-Home (siehe Bild im letzten Abschnitt oder hier) zeigt, dass das Spielfeld hier im Bereich der Torkästen von unten unterstützt wird. Bei einem mir bekannten Chinatisch sollen die direkt unter dem Spielfeld in MDF-Aufnahmen laufenden Gewindestangen verhindern, dass das no 2Spielfeld durchhängt - was es auf diesem Tisch aber trotzdem tut. Andere Selbstbauer vertreten die Ansicht, dass ein Durchhängen schon dadurch verhindert wird, dass die Gewindestangen die Seitenwände einigermaßen fest gegen das Spielfeld ziehen. Hier muss jeder selbst wissen, was er für richtig hält. Wenn man bei der Korpuskonstruktion nach der Gewindestangenmethode mit Querstangen arbeitet, sollten diese allerdings etwas kürzer als die Spielfeldbreite sein, damit die Gewindestangen wirklich die Seitenwände gegen das Spielfeld ziehen - und nicht etwa gegen die Querstange.
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