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Totale Ballkontrolle -
Figuren und Puffer
::: Der Quasi-Standard
Von der spieltechnischen Seite her kann man eigentlich oft
kaum sagen, dass eine
Figur "besser" ist als eine andere - viele Figuren sind einfach
"anders", aber deswegen nicht "schlechter". Wenn im Soccer-Bereich
dennoch oft davon gesprochen wird, dass viele Figuren "schlecht" sind
(manche Figuren sind es übrigens tatsächlich), dann
liegt das
daran, dass es hier einen Quasi-Standard gibt, der durch die beiden
Hersteller Leonhart und Lehmacher mit ihrer Soccer-Figur
vorgegeben ist.
Länge und Fußform
dieser Figur führen zu bestimmten Spieleigenschaften, die sich
durch andere Figurenlängen und Fußformen
ändern - und
das lässt die entsprechenden Figuren dann zu "schlechten"
Figuren
werden. - Einen ersten Eindruck von einer ganzen Reihe der am Markt
vertretenen Figuren in Ansichten von allen Seiten (sonst in Online-Shops nicht üblich) gibt Kneipensportler.de: hier.
::: Kleine Unterschiede -
spürbare Wirkung Worauf
kommt es also bei einer "guten" Soccer-Figur an? Der Fuß
sollte
so geformt sein wie bei der Leonhart- oder Lehmacher-Soccerfigur. Sehr
viele - vor allem preisgünstige - "Fremdfiguren" haben
Füße, die klobiger
geformt sind
und viele Figuren sind dazu noch kürzer. Das gilt selbst
für
Figuren, die auf den
ersten Blick sehr ähnlich aussehen. Das Bild zeigt eine
dunkelblaue Tournament-Soccer-Figur und eine hellblaue
Leonhart-Soccer-Figur. Während sich die Figuren in der Ansicht
von
vorne kaum bemerkenswert unterscheiden, zeigt die Seitenansicht die
viel gröbere Fußform der Tournament-Soccer-Figur.
Auch mit
dieser Figur lässt sich spielen - aber das Fangen des Balles
und
die Klemmwinkel beim Festhalten des Balles unterscheiden
sich vom
Quasi-Standard, was zu einer unerwünschten Abweichung von den
Spieleigenschaften führt, wie man sie auf den Premium-Tischen
vorfindet - und die meisten Figuren von Drittanbietern bieten leider
eher die Fußform der Tournament-Soccer-Figur.
::: Folgerungen Spricht
etwas dagegen, auf dem Selbstbautisch andere als die originalen
Soccer-Figuren zu verwenden? Wenn wir keinen Wert auf eine
möglichst große Nähe zu den Premium-Tischen
legen,
spricht eigentlich nichts gegen die Verwendung
einer anderen guten Figur, die dank Fußriffelung und
geeigneter
Fußform ein gutes Fangen und Klemmen des Balles
ermöglicht.
Der Tisch wird sich dann einfach "anders", aber nicht unbedingt
"schlechter" spielen. Ich bin allerdings kein Fan dieser Anschauung -
denn bei dieser Ausgangslage könnten wir auf den Eigenbau
verzichten und ebenso gut einen günstigen China-Tisch kaufen,
sofern dort keine groben konstruktiven Mängel vorliegen. Ein
Tisch
des Anbieters Tuniro etwa (siehe bei den Alternativen
zum Selbstbau) wäre dann eine mögliche Wahl -
zumindest bis
zum Modelljahr 2007 wurden hier tatsächlich Figuren mit der
anderen - gröberen - Fußform verwendet. Wie es
künftig
aussehen wird, weiß ich heute - im Dezember 2007 - noch nicht.
:::
Gute alternative Figuren
Zu den Lehmacher- und Leonhart-Figuren gibt es allerdings zwei gute
Alternativen: Die erste ist die Ullrich-Figur, die seit geraumer Zeit
die Fußform der Standard-Figur kopiert und diese inzwischen
mit
einem Gewichtsausgleich im Kopf und einer durchgehenden Riffelung des
Fußes qualitativ fast schon überholt.
"Überholt"
deswegen, weil der Gewichtsausgleich dazu führt,
dass die
Beine der Figur nicht immer wieder nach unten fallen - die Figur bleibt
auch waagerecht stehen, wenn dies - etwa im Einzel - gebraucht wird.
Die um den ganzen
Fuß herumführende Fußriffelung holt
Bälle ins
Spiel zurück, die mit den Lehmacher- und Leonhart-Figuren
nicht
mehr erreicht werden können, da ihre glatte Unterkante den
Ball
nicht mehr greifen kann. "Fast" überholt wiederum allerdings
deshalb, weil diese zusätzlichen Eigenschaften bei der
Standard-Figur eben nicht vorhanden sind und das Spiel wieder etwas
anders werden lassen - mit der Notwendigkeit, sich bei Bedarf erst
wieder auf den Standard umgewöhnen zu
müssen. Die
aktuelle Ullrich-Figur hat keine Mütze mehr, sondern eine
Frisur -
nach meinem Kenntnisstand hatte aber schon die letzte Figur mit
Mütze sowohl die durchgehende Riffelung als auch den
Gewichtsausgleich. Einen Vergleich zwischen der aktuellen Ullrich-Figur und der Lehmacher-Figur mit Spielbericht gibt es:
hier. - Eine
weitere Alternative ist die für den Fireball entwickelte
Soccerfigur. Weil auf diesem Tisch der Abstand zwischen Spielfeld und
Stange geringer ist als auf den herkömmlichen Soccer-Tischen,
ist
diese Figur - neben einigen anderen notwendigen Anpassungen - vor allem
etwas kürzer als die Standard-Figur. Diese Figur bietet sich
an,
wenn die Möglichkeit offen bleiben soll, auf Fireball-Figuren
umzurüsten - oder wenn ein Chinatisch "gepimpt" werden soll,
auf
dem der besagte Abstand zwischen Spielfeld und Stange ebenfalls zu kurz
für die Standard-Figur ist. Vor einer Bestellung dieser
Figuren sollte allerdings zur Kenntnis genommen werden, dass es mit den
Soccer-Figuren ein Problem gibt:
hier.
::: Die
Fireball-Figur Keine
reinrassige Soccer-Figur ist die Fireball-Figur, mit der aber
soccer-like gespielt werden kann - und daneben auch jeder andere
Spielstil möglich ist. Möglich wird dies durch die
ausgefeilte Fußform und den schweren Ball, der in Material
und
Durchmesser dem Tornado-Ball entspricht. Im Gegensatz zu den auf Soccer-Tischen üblicherweise
verwendeten Leonhart-Soccer-Bällen oder P4P-Turnierbällen
(Lehmacher) läuft dieser Ball absolut rund und gerade, was
schnelles Tictac-Spielen stark vereinfacht bzw. erst
ermöglicht.
Bei der Entwicklung der Figur hat sich allerdings
herausgestellt,
dass die für alle Spielsituationen optimierte
Fußform einen
anderen Abstand zwischen Stange und Spielfeld verlangte, als dies auf
Soccer-Tischen üblich ist: Bei einer Länge von 73 mm
zwischen
Mitte Stangendurchführung und Fußende
beträgt der
Abstand zwischen Fußende und Spielfeld nur 7 mm. Daraus
ergibt
sich ein Abstand zwischen Mitte Lager und Spielfeld von nur 80 mm
gegenüber den 84 mm auf standardgerecht gebauten
Soccer-Tischen.
Die Fireball-Figur gibt es in den Farben rot und schwarz. Diese Figur
wird übrigens mit Splinten befestigt, was eine
preisgünstige
und gute Methode der Figurenbefestigung ist. Zum Einschlagen der
Splinte mit dem Hammer muss ein passender Holzklotz zwischen Figur und
Spielfeld gelegt werden, da hier doch etwas Kraft angewandt werden
muss. Zum Entfernen der Splinte wird ein Splintaustreiber
benötigt
(Baumarkt oder Fireball-Anbieter).
::: Maße
und Ableitungen Auch
wenn mancher Online-Shop andere Maße angibt: Lehmacher- und
Leonhart-Figur messen von Mitte der Stangendurchführung bis
Fußende ziemlich genau 72 mm (die Lehmacher-Figur ist nahezu
unmerklich kürzer als die Leonhart-Figur). 12 mm
beträgt bei
diesen Herstellern der Abstand zwischen Fußende und
Spielfeld.
Zwischen Mitte Lager und Spielfeld ergibt sich daraus ein Abstand von
84 mm. Am wichtigsten ist der Abstand zwischen Fußende und
Spielfeld. Ist dieser auf einem bereits vorhandenen Tisch geringer,
kann bei einer Umrüstung vielleicht die Fireball-Soccer-Figur
mit
ihrer Länge von 68 mm zwischen Mitte
Stangendurchführung und
Fußende helfen, dem Standard-Abstand näher zu kommen
(optimal ist die Figur geeignet, wenn der Abstand zwischen Lagerbohrung
und Spielfeld 80 mm beträgt). Wer sich bei einem Eigenbau -
vielleicht aus Kostengründen - zunächst doch
für die
Verwendung anderer Figuren entscheidet, sollte zumindest
überlegen, ob er nicht doch den 84 mm-Abstand
berücksichtigen
möchte, um ein späteres Umrüsten auf die
Standard-Figuren zu ermöglichen.
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Lehmacher- oder Leonhart-Figur? Auch wenn
sich die Figuren von der Form und Spieltechnik her entsprechen, gibt es
nennenswerte Unterschiede zwischen den
Standard-Figuren von Lehmacher und Leonhart. Farben: Die Leonhart-Figur
gibt es in den Farben blau, rot, schwarz und grau, was wohl
für
"silbern" stehen soll (aus dem
Tisch "Silver Star"). Die Lehmacher-Figur gibt es in einer
größeren Farbauswahl, wobei die Firma Lehmacher
selbst auf meine Nachfrage hin anlässlich des Baus
von no 2
keine Ansichten davon zur Verfügung stellen konnte - in dem
einen
oder anderen Online-Shop gibt es allerdings Fotos der Figur in allen
zur Verfügung stehen Farben. Nächster
Unterschied: Die Leonhart-Figur ist härter und
vermittelt so eine sehr direktes Gefühl zum Ball.
Die Lehmacher-Figur ist etwas weicher, was das Verhalten beim Fangen
gutmütiger macht; die Figur fühlt sich allerdings
auch etwas
schwammiger an als die Leonhart-Figur - was jetzt nicht
heißen
soll, dass das Spielgefühl dadurch irgendwie unangenehm
würde. In der Tischfußballszene gibt es für
beide
Figurstile ausgesprochene Anhänger und Gegner - letztlich
bleibt also eine Geschmacksfrage, was man vorzieht. Ein
weiterer
deutlicher Unterschied liegt in der Verschraubung der Figuren, die bei
Lehmacher besser gelöst ist - hier können wir uns mit
Inbus-Schrauben M4 x 25 und passenden Sicherungsmuttern aus dem
Standard-Sortiment des Eisenwahrenhandels bedienen - siehe Bild.
Die
Leonhart-Figur wartet mit
einer Spezialverschraubung aus
Hülsenmutter und Spezialschraube auf, die teuer und noch dazu
empfindlich ist: Erstens neigen die Verschraubungen eher dazu, sich zu
lockern, zweitens reißen die relativ weichen Schrauben am
Übergang zur Hülsenmutter gerne ab: Bei meinem
Projekt 1 sind
im Schusstraining innerhalb eines Jahres 2 Schrauben gebrochen (bei den
weichen Lehmacher-Figuren bricht dagegen eher schon einmal die Figur,
was wohl auch kein wirklicher Vorteil ist). Da die Leonhart-Figur an
sich preisgünstiger als die
Lehmacher-Figur ist, lohnt es
sich allerdings, über eine Alternativ-Verschraubung
nachzudenken:
Dabei nimmt man die Original-Hülsenmutter nach vorne und
verwendet
als Schraube eine handelsübliche Inbusschraube M4 x 20 mit 8.8
Zugfestigkeit. Diese Verschraubung ist haltbarer und
preisgünstiger als die Original-Verschraubung. Das
nebenstehende
Bild zeigt links die Original-Hülsenmutter, in der Mitte eine
abgerissene Original-Schraube (bei der also das Gewinde fehlt) und
rechts eine Inbusschraube M 4 x 20 für die
Alternativ-Verschraubung. - Im März 2008 hat die Firma
Leonhart eine überarbeitete Soccer-Figur auf den Markt
gebracht. Nähere Informationen zu dieser Figur gibt es:
hier.
::: Puffer
Für die eingangs apostrophierte "totale
Ballkontrolle" ist
neben der Verwendung guter Figuren mit ausschlaggebend, dass die
richtigen Puffer verwendet werden. Das nebenstehende Bild verdeutlicht
das Problem. Unten ein Puffer der
kurzen, massiven Bauart, wie sie auf Soccer-Tischen
üblicherweise
verwendet werden. Darüber liegt ein
Leonhart-Zieharmonika-Puffer
auf der Stange, wie er beim Turniersieger-Tisch Verwendung findet. Der
neben der Figur liegende Ball verdeutlicht das Problem: Der
Turniersieger-Puffer schiebt die Figur so weit von der Bande weg, dass
die Figur den an der Bande entlang laufenden Ball nicht mehr aufhalten
(im Fachjargon: "blocken") kann. Gute Spieler werden diesen
Konstruktionsfehler gnadenlos und immer wieder zu nutzen wissen, indem
sie den Ball einfach jedesmal an der Bande entlang passen. Ganz
anders liegt der Fall, wenn der richtige Puffer zum Einsatz
kommt
(siehe Bild): Jetzt kann der Ball geblockt werden. Der gegnerische
Stürmer muss sich nun etwas mehr einfallen lassen,
wenn er den Ball von der 5er-Reihe auf die 3er-Reihe durchpassen
möchte. Die im Bild gezeigten Noname-Puffer sind 18 mm breit.
Manche Online-Shops geben die Maße von Leonhart- oder
Lehmacher-Puffern mit etwas größeren Breiten an
(wobei diese
Maßangaben immer mit Vorsicht zu genießen sind).
Dennoch
seien Perfektionisten darauf hingewiesen, dass sich die
Abstände
zwischen Figur und Bande bei der Verwendung von Noname-Puffern durchaus
im Millimeter-Bereich ändern können. - Der neueste
Trend sind Puffer mit einer fest verbundenen Scheibe, wodurch zumindest
der frei "klappernde" Ring zwischen Puffer und Bande wegfällt.
Solche Puffer werden bei den neueren Leonhart-Tischen, beim Fireball
und beim
Ullrich-Kicker eingesetzt. Gegenüber den sehr teuren
Leonhart-Puffern sind Fireball- und Ullrich-Puffer deutlich
günstiger - am günstigsten bleiben freilich die
herkömmlichen Puffer in ihrer Noname-Ausführung.
Einen guten Überblick über das Angebot und das
Preisniveau gibt der Online-Shop auf Kneipensportler.de:
hier.
::: Die
richtige Bestückung Da
die Anfragen in Foren immer wieder zeigen, dass es nichts gibt, was es
nicht gibt, noch ein Wort zur Anordnung der Stangen und zur
Bestückung der Stangen: Bei einem Soccer folgt auf den Torwart
die Verteidigerreihe mit
2 Figuren, dann die gegnerische 3er-Reihe, dann die eigene 5er-Reihe,
die gegnerische 5er-Reihe und schließlich die eigene
Angriffsreihe mit 3 Figuren. Gegnerische Verteidigungs- und
Torwartreihe bilden den Abschluss. Auf den normalen Spielreihen ist
neben der Bande eine Kunststoffscheibe, dann folgt der Puffer, dann
wieder eine Scheibe, dann die Figuren. Bei der Torwartreihe liegt
zwischen dem Ensemble "Scheibe-Puffer-Scheibe" und der Figur noch der
Stellring. Meine beiden Tische sind überall mit
Kunststoffscheiben
bestückt. Bei Lehmacher- und Leonhart-Tischen sind die
Scheiben
zwischen Puffer und Figur aus Metall. Manche Spieler bestehen darauf,
dass diese Scheiben auch zwingend aus Metall sein sollten, weil
Kunststoffscheiben zu schwach
seien, die beim Spielen entstehenden
Kräfte aufzunehmen. Bei einem gesitteten und eher technisch
orientierten Spiel reichen nach
meiner Erfahrung die Kunststoffscheiben
allerdings völlig aus. Nicht verschweigen möchte ich
allerdings, dass es tatsächlich Bilder von Kickern gibt, wo sich
der Puffer auf Figuren oder die Torwartstellringe geschoben hat. Ganz
weglassen sollte man die Scheiben daher auf gar keinen Fall, zumal sich
dadurch ja auch wieder die Abstände entsprechend
ändern
würden. Etwas Geld sparen kann man hier wiederum, wenn man
anstelle des Original-Zubehörs Unterlegscheiben für
Schrauben
M16 oder M18 verwendet.
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