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Tore I -
Den Ball sicher versenken -
die Torkonstruktion
::: Schwieriger als gedacht Über
die Konstruktion des Torinnenraums denkt der eine oder andere
Selberbauer eher wenig nach - und selbst, wenn man viel
darüber nachgedacht hat, kann man noch sein blaues Wunder
erleben. Eine gescheiterte Konstruktion habe ich mit meinem Tisch no 2
hinter mich gebracht; nachzulesen: hier. Den
offiziellen Regeln nach zählen natürlich auch die
Bälle als Tore, die nicht im Torkasten bleiben,
sondern wieder herausspringen; aber zum einen weiß man
manchmal gar nicht so genau, ob der Ball denn nun drin war oder nicht -
und zum zweiten gibt es durchaus Spieler, die nach ihrem eigenen
Regelwerk darauf bestehen, dass solche Bälle "Abseits" sind
und nicht zählen. Diskussionen dieser Art sind am besten
vermieden, wenn die Bälle direkt dort bleiben, wo sie nach dem
Torerfolg hingehören: im Tor. Um die Lösung dieses
Problem geht es auf dieser Seite - die Tormaße sind auf der
Maße-Seite angegeben: hier.
::: Die neuralgischen Punkte Wo
sind die kritischen Stellen, an denen sich entscheidet, ob die
Torkonstruktion wie gewünscht funktioniert? Die
Innenkonstruktion des Torraums muss dafür sorgen, dass alle
Bälle sicher zur Ballrückführung geleitet
werden:
- feste gerade Schüsse
- feste schräge Schüsse (diese
sind am wenigsten sicher kalkulierbar)
- langsame Eierbälle, die mit
mäßiger Geschwindigkeit ins Tor gehen
- Bälle, die so gerade eben ins Tor
rollen
Dabei hat jede Schussart
seine eigenen Anforderungen an die Torraumgestaltung. Erschwert wird
die Aufgabe dadurch, dass für die ganze Konstruktion nicht
sehr viel Raum zur Verfügung steht. Die nebenstehende -
ausnahmsweise maßstäbliche - Skizze verdeutlicht das
Problem. Bei einer ersten Schräge im 45 Grad-Winkel braucht
der
feste gerade Schuss eine zweite Schräge, die den Ball in
Richtung
Ballrückführung ablenkt - wird
der Ball nämlich von der ersten Schräge einfach
senkrecht nach unten geführt, springt er gerne wieder nach
oben
zurück gegen die Schräge und verlässt das
Tor auf dem gleichen Weg, auf dem er in das Tor gelangte. Bei meinem
Tisch no 2 ist das mit Soccer-Bällen seltenst, mit
Korkbällen immer passiert
- und dabei ist
die zu überwindende Stufe bei der ursprünglichen
Konstruktion gar nicht so
klein gewesen, wie das nebenstehende Bild zeigt. Das
Problem einer Konstruktion mit zwei Schrägen: nun
könnte ein verhältnismäßig
langsamer gerader
Schuss direkt auf die untere zweite Schräge treffen
und von dort aus wieder auf das Spielfeld zurückspringen.
Meist gibt es genau eine einzige fest definierte Geschwindigkeit, bei
der die
Energie des Balles gerade so bemessen ist, dass der Ball direkt auf die
untere Schräge trifft und dann noch die Kraft hat, von dort
wieder zurückzuspringen - bei meinem ersten Tisch kann man
daraus ein regelrechtes Geschicklichkeitsspiel machen. Ordnet man
die Schrägen steiler an, um
das zu vermeiden, hat man nicht mehr unbedingt einen sauberen
Übergang zur eigentlichen Ballrückführung -
und langsam ins Tor rollende Bälle bleiben dann auf
irgendwelchen Stufen oder Kanten liegen. Hier muss man also
für seinen Tisch ein wenig Konstruktionsarbeit leisten und
vielleicht auch einmal mit Papier, Bleistift und Geometrie-Dreieck auf
einer maßstäblichen Skizze die optimale
Lösung für den eigenen Tisch
zusammentüfteln. Auch die Lösung in der Skizze oben
ist nicht gut, weil der Ball von der unteren Schräge wieder
nach oben statt in Richtung Ballrückführung gelenkt
würde. Ordnet man die untere Schräge steiler an, wird
der Ball zwar nach unten gelenkt, aber es entsteht eine Lücke
zwischen Schräge und Ballrückführung, die
durch eine dritte Schräge zu überbrücken
ist. So ist zu guter letzt die endgültige Lösung
für meinen Tisch no 2 entstanden - siehe Bild unten. - Eine
Alternative zur Arbeit mit zwei Schrägen stellt der
nächste
Abschnitt dar.

::: Die Alternative zur zweiten
Schräge: die gerundete Rampe Die
Herumtüftelei mit zwei Schrägen kann man sich sparen,
wenn man dem Konstruktionsprinzip folgt,
wie es das nebenstehende Bild eines Tornado zeigt (Blick durch die
Ballrückführung in Richtung Torraum). Anstelle der
zweiten
(unteren) Schräge kommt hier eine
gerundete Rampe zum Einsatz. Eine
Anordnung vorausgesetzt, die den Ball an der richtigen Stelle aufnimmt,
lenkt eine solche Rundung den Ball sicher und sauber in Richtung
Ballrückführung. Da sich Holz nur begrenzt biegen
lässt
(mit einer dünnen Hartfaserplatte oder auf einer Form geboten
zusammen geleimten Furnierstreifen ginge es vielleicht), lässt
sich wie in den Beispielen der kommerziellen Hersteller eine solche
Rampe am besten aus Blech bauen. - Praktische Erfahrungen mit dieser
Lösung gibt es im Eigenbau noch nicht; beim Bau von Projekt no
3
möchte ich aber gerne in diese Richtung gehen.
::: Und bei einer Ballrückführung im Torkasten?
Wird der Ball einfach im Torkasten zur einer an der Seite angeordneten
Ballentnahme geleitet (Lehmacher- und Leonhart-Home-Versionen), stellt
sich wieder das Problem, dass der Ball einfach
auf den
relativ ebenen Boden im Torkasten trifft und
von dort zurückspringen könnte. Auf dem
nebenstehenden Bild eines zerlegten P4P-Home erkennt man, wie das
Problem gelöst wurde: Die den Ball nach unten leitende
Schräge ist in einem so steilen Winkel angeordnet, dass sie
den
Ball in einen
Torkastenbereich unter dem Spielfeld leitet. Dort kann der
Ball seine
verbliebene Energie austoben, ohne dass die Gefahr einer
Rückkehr auf das Spielfeld besteht.
::: Eine Alternative: das bewegliche
Prallbrett
Zu den starr eingebauten Umlenkvorrichtungen für die im Tor
eintreffenden Bälle gibt es eine Alternative: das beweglich
aufgehängte Brett. Dahinter steht die Idee, die
Bewegungsenergie
des Balles dadurch zu vernichten, dass der Ball dieses klappbare Brett
nach hinten drückt bzw. drücken muss und - dabei zum
Stillstand gekommen - anschließend einfach kraftlos nach
unten
fällt. Solche Lösungen soll es auch bei in Serie
produzierten
Kickertischen früher einmal gegeben haben (der Leonhart Sport
verwendet neuerdings wohl eine Mischform aus beiden
Konstruktionsarten). Was manche Spieler stört, ist das
Klappern
des beweglichen Prallbrettes, wenn es bei seiner Bewegung im
Torinnenraum gegen den Korpus stößt. Dieses Problem
sollte
aber in den Griff zu bekommen sein, indem man die betreffenden Stellen
entsprechend abpolstert.
::: Schrägen - nicht zu schwach
wählen Auch hier noch
einmal der warnende Hinweis: Schrägen in Bereichen, in denen
der Ball rollen soll, sollten wir niemals zu schwach wählen.
Insbesondere gilt das, wenn diese Rollwege mit Teppichen oder anderen
Materialien ausgekleidet werden sollen. Selbst bei der deutlichen
Schräge im Torraum meiner no 2 sind Bälle bei der
ursprünglichen Konstruktion noch liegengeblieben, statt zur
Ballrückführung zu laufen - siehe Bild oben auf
dieser Seite.
::: Servicefreundliche Lösungen
Bei der Gestaltung des Torkastens insgesamt sollten wir auch
über
seine Servicefreundlichkeit nachdenken. Bei geteilten Korpussen ist der Torkasten in der Regel
nur von unten und damit über eine relativ schmale
Öffnung zugänglich. Wenn wir hier
zusätzlich die
seitlichen Führungen der schrägen Ablenkplatte und
die
Ablenkplatte selbst fest einbauen, können wir hier nie mehr
Änderungen vornehmen. Mehr Spielraum lässt die
Lösung,
die Lehmacher bei seinen (neuen) P4P- und Tecball-Modellen
gewählt
hat: Hier kann der ganze Torkastenbereich über ein Scharnier
geöffnet werden. So werden Service-Arbeiten am Torkasten
wesentlich
erleichtert. Wie eine zu öffnenden
Klappe auch ohne Scharnier hergestellt werden könnte, zeigt
die Baubeschreibung zu meinem Projekt no 2: hier.
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