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Korpus-
konstruktion

::: Zwei klassische Konstruktionsarten Bei der Korpuskonstruktion gibt es zwei grundverschiedene Konstruktionsarten: den geteilten Korpus und den Korpus, der von Gewindestangen zusammengehalten wird. Die erste Variante des geteilten Korpus ist die bis heute von Leonhart in allen Turniertischen angewandte Konstruktionsweise. Ebenfalls diesem Entwurf folgen das erste Modell des P4P-Tisches und der Löwen-Soccer. Die zweite Variante ist die Bauweise aller neuen Lehmacher-Modelle. Von meinen Tischen folgt Projekt 1 der Bauweise eines geteilten Korpus, während no 2 nach der Gewindestangen-Methode konstruiert ist.

::: Geteilter Korpus Beim geteilten Korpus nimmt das Oberteil Spielfeld, Torkästen und Stangen auf. Im Unterteil ist die Ballrückführung untergebracht. Die Verbindung
Geteilter Korpus zwischen Ober- und Unterteil erfolgt bei vielen Tischen über Scharniere und Schloss - über ein Aufklappen des Oberteils sind so Ballrückführung und Münzer bequem erreichbar. Allerdings ist diese Art der Verbindung eher schwach. Dass das Oberteil recht niedrig und damit an sich schon nicht sehr stabil ist, verschärft dieses Problem noch, wenn etwa an der Bande hart angeschlagen wird. Auch bei dieser Konstruktionsart werden daher im Oberteil zum Teil Gewindestangen verbaut, die verhindern sollen, dass bei temperamentvollem Spiel zuviel Bewegung in das Oberteil kommt. Vertrauenserweckender ist das Problem der Verbindung von Ober- und Unterteil beim Leonhart Star gelöst. Hier ist das Spielfeld auf ganzer Länge unter die Seitenwände geschraubt. Unter dem Spielfeld wiederum laufen zwei Leisten in Längsrichtung. Je vier Schrauben werden bei aufgelegtem Oberteil durch die Unterteilseitenwände in diese Leisten hinein geschraubt, um Ober- und Unterteil sicher zu verbinden. Möchte man diese Lösung nachbauen, muss man bei der Herstellung des Spielfeldes von vorne herein bedenken, wie man die Leisten mit der Spielfeldträgerplatte verbinden möchte. Eine Verschraubung von oben durch die Platte hindurch in die Leiste (nebst Verleimung) dürfte belastbarer sein als ein nachträgliches Anbringen der Leiste mit Verschraubung von unten.Korpus Leonhart Star

::: Die Verbindung von Ober- und Unterteil bei Projekt 1  Bei meinem Projekt 1 ist das Problem der stabilen Verbindung noch einmal anders gelöst: das Oberteil rutscht etwa 5 Zentimeter über das Unterteil. Die oberen Schrauben der Beine laufen durch diese Überlappung und verbinden alle Bauteile fest miteinander. Zusätzlich halten noch auf Korpusverbindung Projekt 1jeder Seite links und rechts neben der Ballentnahme zwei starke Holzschrauben von innen Ober- und Unterteil zusammen - nach meiner Erfahrung ist das bei 4 cm starken Seitenwänden allerdings eine ziemlich überflüssige zusätzliche Sicherheit. - Diese Lösung ist sehr stabil, hat aber einen kleinen Nachteil: das Oberteil muss hierbei ziemlich passgenau über das Unterteil rutschen, ohne wiederum so eng zu sein, dass jedes kleine Verkanten beim Aufsetzen sofort große Probleme aufwirft. Mit Material aus dem Holzzuschnitt wäre dies allerdings wohl grundsätzlich leichter zu bewerkstelligen als mit selbst zugeschnittenem Material, dem doch eher die nötige Maßgenauigkeit und die absoluten rechten Winkel abgehen.

::: Gewindestangenkonstruktion Bei einer Korpuskonstruktion mit
Gewindestangen werden zweiKorpus mit Gewindestangen Torkästen gebaut, an welche die Seitenwände mit Hilfe von Gewindestangen herangezogen werden. Im Torkastenbereich laufen dabei oben und unten zwei Gewindestangen durch den ganzen Korpus. Im Bereich des Spielfeldes kommt es darauf an, wie stabil das verwendete Material generell ist: beim aus Tischlerplatte gebauten Leonhart Home-Soccer gibt es nur eine Gewindestange genau in der Mitte zwischen den Torkästen. Beim aus MDF bestehenden Lehmacher P4P-Home kommen dagegen zwei Gewindestangen zum Einsatz - bei meiner no 2 habe ich mich sogar für den Einbau von drei Gewindestangen entschieden, was wahrscheinlich schon wieder etwas übertrieben ist. Während die Gewindestangen im Torkastenbereich die Korpus no 2ganze Konstruktion an sich schon zusammenhalten, sollen die Gewindestangen im Spielfeldbereich zusätzlich auch verhindern, dass die Seitenwände beim harten Anschlagen zu sehr nach außen nachgeben. Ein weiterer Effekt dieser Konstruktionsmethode ist, dass die Härte des Tisches durch das Anziehen oder Lösen der Gewindestangen etwas reguliert werden kann: Je fester die Gewindestangen die Seitenwände gegen das Spielfeld ziehen, desto härter und nachfedernder reagiert der Tisch. Relativ spannungslose Gewindestangen machen dagegen einen eher weichen Tisch. - Im Fotoalbum gibt es als typisches Beispiel dieser Konstruktionsmethode Bilder eines vollständig zerlegten P4P-Korpus: hier.

::: Gewindestangenbefestigung - ein optisches Problem  Wenn es um die Befestigung der Gewindestangen geht, stellt sich ein optisches Problem. Die Hersteller der Markentische verwenden anscheinend Speziallösungen, um allzu hässliche sichtbare Verschraubungen auf der Korpusaußenseite zu vermeiden. Wollen wir beimGewindestangenbefestigung Eigenbau auf das Standardsortiment zurückgreifen, müssen wir uns mit relativ bescheidenen Mitteln behelfen. Es bleibt dann nur die Wahl zwischen normalen Muttern, Sicherungsmuttern oder Hutmuttern, jeweils mit Unterlegscheiben (schmal) oder Karosseriescheiben (breit).  Nach langem Hin- und Herüberlegen habe ich mich bei
no 2 für Sicherungsmuttern mit Unterlegscheiben entschieden, was am fertigen Tisch auch gar nicht so schlecht aussieht. - Als einzige Alternativlösung fällt mir ein, mit
Verlängerungsmuttern Verlängerungsmuttern, Maschinenschrauben mit Senkkopf und Rosetten zu arbeiten - was aber angesichts der Endhandelspreise für diese Teile gegenüber einfachen Muttern gleich zu einer deutlich messbaren Verteuerung des Projektes führt. - Lehmacher verwendet bei seinen Tischen groß dimensionierte Hülsenmuttern. Solche Hülsenmuttern lassen sich im Fachhandel in Edelstahlausführungen z. B. für Spielplatzgeräte durchaus käuflich erwerben - die Preise liegen aber weit jenseits von 1 Euro/Stück, was bei der benötigten Menge von 10 bis 14 Stück die Kosten für das Gesamtprojekt deutlich erhöht! Wenn also noch jemand eine gute Idee hat: immer her damit!

::: Zwitterlösungen  Viele Tische setzen weder Bauweise 1 noch Bauweise 2 in reiner Form um. Die Home-Modelle von Leonhart etwa haben einen einteiligen Korpus ohne Ballrückführung in einem getrennten Unterteil - der Ball wird hier im Torbereich zurGewindestangenbefestigung Seite geleitet und dort ausgegeben. Die Korpusse sind aber nicht zerlegbar, sondern an den Ecken fest zusammengefügt. Im Grunde handelt es sich hier um Tische, die bautechnisch auf ein mit Beinen versehenes Oberteil reduziert sind. - Fireball und Ullrich-Kicker wiederum erzielen ihre Stabilität nicht durch Gewindestangen, die die Seitenwände gegen die Torkästen ziehen, sondern dadurch, dass Stirn- und Seitenwände mit den in die Korpus-Ecken gesetzten Beinen verschraubt werden - siehe nebenstehendes Bild von der Unterseite eines Fireball-Tisches. - Die Konstruktionsmethoden zahlreicher Kauf- und Eigenbautische sind im Fotoalbum in Einzelheiten dokumentiert: hier.

::: Beinkonstruktion  Bei der Beinkonstruktion sind dem Einfallsreichtum keine Grenzen gesetzt. Bei den Markenherstellern gibt es  schräge und gerade Beine, Beine aus Holz (Leonhart, Lehmacher), Beine aus MDF (Lehmacher) und Beine aus Metall (Leonhart Star und Leonhart Sport). Wer sich in der Metallverarbeitung auskennt oderBeine Projekt no 2 entsprechende Beziehungen hat, wird vielleicht Metallbeine vorziehen. Menschen mit größerer Affinität zu Holzwerkstoffen werden für ihren Tisch Beine aus Holz bauen. Einige Worte zur Konstruktion selbst: Die einfachste Methode besteht darin, vier gerade Beine in die Ecken des Tisches zu setzen. Weil diese Methode so schön einfach ist, folgen die meisten billigen China-Tische dieser Bauart. Auch Ullrich-Kicker und Fireball sind Beispiele für diese Bauart, die sich gerade dann anbietet, wenn es gilt, Kosten und Arbeitsaufwand zu minimieren. Ich muss zugeben, dass ich mich mit dem optischen Ergebnis nicht recht anfreunden kann.  no 2 folgt daher der Bauweise, die auch Lehmacher bei den großen Modellen von P4P und Tecball verwirklicht (beim Home-Modell Tecball-Semi ist am Aufwand der Beinkonstruktion schon wieder gespart worden), während Projekt 1 mit klassischen schrägen Beinen ausgestattet wurde.

::: Praktische Herstellung von schrägen Beinen  Wie schräge Beine hergestellt werden können, ist im Einzelnen im Projekt 1 beschrieben: hier.

::: Höhenverstellbare Füße  Es empfiehlt sich, den Tisch mitVerstellbarer Fuß P4P Home höhenverstellbaren Füßen auszustatten, damit er mit Hilfe einer Wasserwaage auch auf unebenen Untergründen  schön waagerecht ausgerichtet werden kann. Das Bild zeigt die höhenverstellbaren Füße eines P4P Home. Ein Beispiel für den Einbau höhenverstellbarer Füße ist im Projekt no 2 dokumentiert: hier.

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