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Die Seitenwände

::: Eine Vorbemerkung  Vorab möchte ich darauf hinweisen, dass die Beschreibungen auf dieser Seite die chronologische Reihenfolge der Arbeiten an den Seitenwänden nicht immer richtig wiedergibt; zwischendurch ist die Position der Seitenwänden auf den Torkästen festzulegen. Wie die Seitenwände mit den Torkästen verbunden werden, ist auf der Torkastenseite beschrieben. Bevor die Baubeschreibung folgt, hier noch ein Bild der  fertigen Seitenwände vor der Montage von Lagern und Innenrosetten und dem endgültigen Zusammenbau des Tisches: zur Ansicht bitte die Maus über diesen Link bewegen.

::: Für die Maßgenauigkeit: eine Schablone 
Wie bei Projekt 1 wurde für die Lagerbohrungen wieder eine Schablone gebaut. Bei einem Maß von einer Korpuslänge und halber Korpusbreite kostete der für die Schablone benötigte MDF-Zuschnitt (10 oder 12 mm stark) sagenhafte 2,35 Euro. Bei diesem Preis ist es allemal angenehmer, beim Misslingen des ersten Versuches eine neue zweite Schablone zu fertigen, also von vorne herein die richtigen Bauteile zu verderben. Wenn wir die Lagerbohrungen mit Hilfe einer Schablone vornehmen, hat das neben dem Vorteil, Fehlbohrungen nicht sofort am richtigen Bauteil zu begehen, einen weiteren Vorzug: Die nahezu unvermeidlichen minimalen Abweichungen von den Idealmaßen wiederholen sich dann auf beiden Seiten in der gleichen Weise und fallen so weniger ins Gewicht. Voraussetzung dafür ist, dass wir die Schablone bei beiden Seitenwänden richtig auflegen: Für die gegenüberliegenden Lagerbohrungen muss immer das jeweils gleiche Loch der Schablone verwendet werden. Die Schablone muss also auf den beiden Seitenwänden einmal mit dieser, einmal mit jener Seite aufgelegt werden. Bei der Fertigung solcher Schablonen verfahre ich so: Auf der Schablone wird die Mitte markiert und von dort aus nach links und rechts möglichst genau ausgemessen, wo die Lagerbohrungen zu liegen haben. Der Abstand vom oberen Rand wird dann mit einer Hilfsschablone ermittelt, die auch als Führung beim Bohren der Löcher in der eigentlichen Schablone dient. Auch hier wiederholen sich also eventuelle Abweichungen vom Idealmaß und fallen so weniger ins Gewicht. Zum Ausmessen und für die Markierung rechter Winkel empfehle ich die Verwendung eines Geometrie-Dreiecks, mit dem nach meinem Eindruck doch noch einmal feiner und genauer gearbeitet werden kann als mit Zollstock und Winkel. Bei no 2 wurden die Banden mit einem 8 mm starken Laminat beklebt; das Spielfeld wird von unten unter die Laminatkante gepresst. Um ein ebenes Spielfeld zu erhalten, war es also auch wichtig, dass das Laminat genau parallel zur Oberkante der Seitenwand verläuft. Statt hier einfach zu messen und mit der daraus resultierenden Ungenauigkeit zu leben, habe ich ermittelt, in welchem Abstand die Laminatkante zur Oberkante der Seitenwand laufen muss und dann den Parallelanschlag meiner Oberfräse entsprechend eingestellt. Dann habe ich die Oberfräse "missbraucht", um mit Hilfe des Parallelanschlages mehrere Löcher in die Schablone zu bohren. Diese Löcher konnten dann auf die Seitenwände übertragen werden. Vor dem Kleben des Laminates wurden dann Holzdübel in die Löcher gesteckt - so ergab sich für das Laminat eine zur Oberkante der Seitenwand und den Lagerbohrungen wunderbare parallel liegende Führung im genau richtigen Abstand. Auf dem ersten Bild ganz oben erkennt man die Löcher an den dunklen Stellen, die der nicht mehr sehr scharfe Frässtift hinterlassen hat.

::: Lagerbohrungen Ist die Schablone mit der erforderlichen Sorgfalt hergestellt, kann beim Bohren der Lagerbohrungen nicht mehr viel schief gehen. Die Schablone wird aufgelegt und die Kanten mit der Seitenwand bündig ausgerichtet. Stimmt die Ausrichtung, wird die Schablone mit zwei Schrauben provisorisch auf der Seitenwand fixiert, damit sie beim Bohren nicht verrutscht. Dann werden mit einem Forstnerbohrer und Bohrständer die Löcher für die Lager gebohrt.

::: Seitenwände mit Laminat bekleben  Im nächsten Schritt wird die Seitenwand im Bandenbereich mit Laminat beklebt. Als Kleber dient wie beim Spielfeld Pattex. Was beim Kleben mit Pattex zu beachten ist, wird dort beschrieben. Auf dem Bild erkennt man links unterhalb der Pattex-Dose direkt neben der Kreppband-Abklebung einen der Dübel für die Ausrichtung des Laminates, von denen im letzten Absatz gesprochen wurde. Ich habe ein 8 mm starkes Klick-Laminat verwendet. Dank der Klick-Technik konnte das Laminat trocken bzw. mit etwas Holzleim genau passend (Innenkanten) zugeschnitten und zusammengelegt werden und dann als ein Stück gewendet und mit Pattex eingestrichen werden. Beklebt wurde der Banden-Bereich und der Bereich der Seitenwand, an dem die Torkästen anliegen. Heute würde ich anders vorgehen. Im Bereich der Torkästen würde ich eine - dank Holzzuschnitt von vorne herein passgenaue - MDF-Platte in Laminatstärke aufleimen und das Laminat wirklich nur im Seitenbandenbereich aufkleben. Die Vorteile dieser Abwandlung werden auf der Torkastenseite beschrieben. Nach dem Bekleben können die überstehenden Teile des Laminates abgesägt und bündig geschliffen werden. Dann sind die Lagerbohrungen, die ja bis zu diesem Schritt nur durch die MDF-Platte gehen, durch das Laminat zu erweitern. Dabei habe ich meinen Forstnerbohrer aus einfachem Werkzeugstahl dank der harten Kunstharzbeschichtung völlig ruiniert. Im Wiederholungsfall werde ich entweder einen normalen Bohrer nehmen (für die Stangenführung reicht ja ein 18 mm oder 20 mm großes Loch) oder eine Oberfräse mit hartmetallbestücktem Fräser und Kopierführung verwenden.

::: Kantenverkleidung  Die Seitenwände an sich sind damit schon fertiggestellt. Allerdings sind die MDF-Kanten recht empfindlich und neigen zum Delaminieren, also zu einem Aufspalten in mehrere Faserschichten, wenn sie belastet werden. Ich habe daher alle ungeschützten Kanten des Tisches mit einer 5 mm starken Buchenholzleiste beklebt. Die Arbeitsschritte: aufleimen mit Holzleim (mit Schrauben fixiert) - Schrauben entfernen, Löcher aufbohren und Holzdübel einleimen - bündig schleifen. Alternativ könnte man einen Kunststoffumleimer verwenden, was ganz sicher weniger Aufwand bedeuten würde.

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